Mit dem Erlass einer Executive Order am 29. Januar, durch die Kuba als “außerordentliche Bedrohung” für die Vereinigten Staaten eingestuft wird, verschärft das Trump-Regime die seit Jahrzehnten bestehende US-Politik der Erstickung des sozialistischen Inselstaates erneut. Bereits mit seinem Amtsantritt hatte Trump den Druck auf Kuba deutlich erhöht, indem er die Wiederaufnahme auf die Liste der Staaten, die Terrorismus unterstützen würden, veranlasste und Sekundärsanktionen gegen Investitionen auf der Insel einführte. Im Januar 2026 eskalierte die Lage dann weiter: Nach dem Angriff auf Venezuela und der faktischen Übernahme der Kontrolle über dessen Ölexporte kündigte das US-Regime Zolldrohungen gegen alle Staaten an, die Öl nach Kuba liefern. Diese Drohung richtete sich vor allem gegen Mexiko, das in letzter Zeit Kubas wichtigster Öllieferant geworden war. Gleichzeitig gab es Berichte über Sichtungen von US-Militärdrohnen vor der mexikanischen Küste. In der Folge stellte Mexiko die direkte Öllieferung ein und beschränkt sich seitdem auf indirekte Hilfe wie das Betanken von Flugzeugen mit Ziel Kuba und die Unterstützung durch humanitäre Hilfslieferungen. De facto besteht dadurch eine Seeblockade: Das US-Militär patrouilliert aktiv in der Karibikregion und wäre jederzeit dazu in der Lage, mögliche Treibstofflieferungen abzufangen, wie es in den letzten Monaten immer wieder getan hat.

Doch Kuba steht nicht erst seit kurzem unter massivem Druck des US-Imperiums: Kurz nach dem Sieg der kubanischen Revolution verhängten die USA eine strikte Wirtschaftsblockade gegen den kleinen Inselstaat. Allein im vergangenen Jahr verursachte diese Blockade Kosten in Höhe von 7,6 Milliarden US-Dollar für die kubanische Wirtschaft. Insgesamt belaufen sich die Kosten seit Beginn des Embargos im Jahr 1960 auf 170,7 Milliarden US-Dollar, unter Berücksichtigung von Inflation und weiteren wirtschaftlichen Schäden sogar auf 2,1 Billionen US-Dollar. Die Blockade wirkt dabei weit über den Energiesektor hinaus und betrifft alle Bereiche der kubanischen Gesellschaft. Kuba ist vom internationalen Finanzmarkt praktisch ausgeschlossen. Zahlungswege sind blockiert, internationale Investitionen und Handel werden erschwert oder verhindert.

Und genau das ist die brutale Logik der jahrzehntelangen US-Blockade: Es geht darum, der kubanischen Bevölkerung möglichst viel Leid zuzufügen und darauf zu hoffen, dass dies zu einer inneren Krise führt, die dann zum Sturz des sozialistischen Systems des Landes führt. Der revolutionäre Prozess soll unter dem andauernden Druck materieller Not zerbrechen. Fidel Castro selbst betonte aber schon, dass Widerstand unter solchen Bedingungen das Bewusstsein der Bevölkerung verändert. Wenn ihre Ursache richtig verstanden wird, führt Not nicht automatisch zu Resignation oder Niederlage – sie kann auch Klarheit hervorbringen.

Aktuell hat der akute Treibstoffmangel direkte Folgen für die Lebensmittelproduktion, den öffentlichen Nahverkehr, die Müllabfuhr und die Versorgung lebenswichtiger Infrastruktur. Stromrationierungen und regelmäßige Ausfälle beeinträchtigen Krankenhäuser, die Wasseraufbereitung und die Produktion. Trotz dieser massiven Einschränkungen versucht Kuba, den härtesten Hindernissen zu trotzen – aktuell etwa durch einen beschleunigten Ausbau der Solarenergie und lokale Initiativen zur Dezentralisierung der Energieversorgung, um die Abhängigkeit zu verringern.

Das Trump-Regime droht jedoch auch mit militärischen Maßnahmen gegen Kuba: Die Armada, die zuvor vor der Küste Venezuelas lauerte und Maduro in die USA verschleppte, könnte als nächstes gegen die sozialistische Insel eingesetzt werden.

Diese Verschärfung der US-Aggression gegen Kuba ist eine Fortsetzung der imperialistischen Offensive in Südamerika und zugleich Ausdruck einer Aktualisierung der sogenannten Monroe-Doktrin. Die USA erheben den Anspruch, ganz Südamerika und die Karibik als ihren Einflussbereich zu behandeln, und sind bereit, diesen mit wirtschaftlicher Erpressung, politischer Destabilisierung und militärischer Gewalt durchzusetzen. Kuba, Venezuela und andere Staaten, die sich diesem Herrschaftsanspruch widersetzen, sollen exemplarisch bestraft werden. Hinter dieser Politik steht dabei primär die strategische Konfrontation mit China als zentralem Gegner des US-Imperiums, eines Imperiums, das sich im Niedergang befindet.

Unabhängig von den direkten ökonomischen Interessen des US-Imperialismus in der Region hat der Krieg gegen Kuba zudem eine ideologische Komponente. Die Errungenschaften des sozialistischen Aufbaus in Kuba zeigen, dass eine kollektiv organisierte Gesellschaft keine Utopie ist, sondern eine reale Alternative darstellt. Gleichzeitig ist klar: Aufgrund der schwierigen Umstände und des äußeren Drucks gab und gibt es Hürden im sozialistischen Aufbau. Diese Feststellung ist keine moralische Belehrung, sondern eine nüchterne Anerkennung der realen Schwierigkeiten, mit denen jedes fortschrittliche Gesellschaftsmodell in einem imperialistischen Weltsystem konfrontiert ist. Wie der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel richtig feststellte: “Was den Imperialismus beunruhigt, ist das Beispiel Kubas – was Kuba ohne die Blockade erreichen kann, was ein anderes Modell, eine andere Art des Aufbaus, eine andere Form der Stärkung der Bevölkerung für die Welt bedeuten kann.”

Das Gleiche gilt auch für den gelebten Internationalismus Kubas, der sich in der Unterstützung antikolonialer Kämpfe, der Entsendung medizinischer Brigaden und der Verteilung eigener medizinischer Mittel manifestiert. In vielen ländlichen Gebieten Südamerikas hätten Menschen noch nie einen Arzt oder eine Ärztin gesehen, gäbe es nicht die kubanischen Brigaden vor Ort. Während der Corona-Pandemie leisteten kubanische medizinische Teams weltweit Hilfe – auch in europäischen Ländern – und Kuba stellte Ländern des Globalen Südens einen eigenen COVID-Impfstoff zur Verfügung, die von westlichen Staaten nicht ausreichend beliefert wurden, weil sie sich deren teure Vakzine nicht leisten konnten. Und trotz alledem schauen sie nun dabei zu, wie der sozialistische Inselstaat ausgehungert wird. Während man bei durch den Imperialismus ausgebeuteten Staaten in Südamerika und Afrika noch Verständnis für die Angst vor den Folgen einer Konfrontation mit den USA haben kann, spricht das Schweigen der europäischen Industrienationen Bände.

Kuba zeigt außerdem seit Jahrzehnten eine besondere Verbundenheit und Solidarität mit dem palästinensischen Befreiungskampf. Sei es durch die kostenfreie Ausbildung palästinensischer Ärzt:innen oder durch öffentliche Solidaritätsbekundungen, wie sie sich kaum ein anderer Staat zu zeigen getraut hat – insbesondere direkt nach dem 7. Oktober.

Unter anderem deshalb erfährt Kuba breite internationale Solidarität von nichtstaatlichen Akteuren und Bewegungen. So bildet sich eine Solidaritätsflotilla, die humanitäre Hilfslieferungen auf die Insel bringen möchte. Brasilianische Gewerkschaften und soziale Bewegungen erklären ihre Unterstützung, die Zapatistas bekunden ihre Solidarität und antikoloniale und antiimperialistische Bewegungen in Palästina, im Libanon und anderswo erklären offen, dass sie an Kubas Seite stehen. All dies zeigt die Bedeutung, die die kubanische Revolution und ihr Internationalismus bis heute überall auf der Welt haben.

Denn trotz seiner geringen Größe und des konstanten imperialistischen Drucks ist Kuba ein lebendiges Beispiel für ein revolutionäres sozialistisches Projekt, das weiterhin daran arbeitet, den Sozialismus im eigenen Land aufzubauen. Deshalb ist die kubanische Revolution für uns bis heute ein Bezugspunkt, den es gegen imperialistische Angriffe zu verteidigen gilt!

Zentral für die Verteidigung ist dabei Kubas Militärdoktrin „Guerra de todo el pueblo“, der „Krieg des ganzen Volkes“: Eine umfassende Volksmobilisierung, bei der Arbeiter:innen, Bäuer:innen, Studierende, städtische Gemeinschaften und soziale Organisationen einbezogen werden, hat sich in vielen historischen Situationen als wirksamster Schutz gegen äußere Angriffe erwiesen. Beispiele aus anderen Kontexten (wie erst kürzlich in Rojava) zeigen, dass kollektive Mobilisierung die Verwundbarkeit gegenüber militärischer Aggression bedeutend verringern kann.

Vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Aggression des US-Imperialismus im Kontext einer weltweiten kapitalistischen Krise nimmt die Bedeutung des Internationalismus als politisches Kampffeld zu. In Gaza wurde die systematische Aushungerung einer gesamten Bevölkerung durch imperialistische Mächte weitgehend normalisiert. Weil es keine stark genug organisierte internationalistische und antiimperialistische Bewegung gab, die dies wirksam stoppen konnte, setzt sich diese Barbarei nun gegen Kuba fort. Solange es uns nicht gelingt, eine organisierte, schlagkräftige, internationalistische und antiimperialistische Bewegung aufzubauen, die den Imperialisten das Handwerk legen kann, werden solche Angriffe weitergehen. Genau das müssen wir hier im imperialistischen Zentrum deshalb als unsere Aufgabe begreifen.

Hände weg von Kuba! Solidarität mit den Genoss:innen der Kommunistischen Partei Kubas und dem kämpferischen kubanischen Volk! Hasta la victoria siempre!