Heute, am 16. Mai findet die turnusmäßige Aktionärsversammlung des Wohnungs- und Immobilienkonzern Vonovia in Bochum statt. Die Aktionäre freuen sich wie jedes Jahr über sprudelnde Gewinne und weitere Renditeprognosen für das kommende Geschäftsjahr. In Stuttgart besitzt Vonovia einen Bestand von rund 4000 Wohnungen und tritt immer wieder in Erscheinung mit Mietabzocke und Modernisierungsvertreibung. Deshalb haben am 15. Mai betroffene Mieterinitiativen vor dem Regionalbüro eine Protestkundgebung durchgeführt. Das Aktionsbündnis Recht auf Wohnen hat dazu ein Video veröffentlicht.

Wenn der Player nicht dargestellt wird – hier gehts zum Video

 

Passend dazu ein Textauszug aus unserer Broschüre zum Wohnraumkampf:

Das Geschäftsmodell von VONOVIA & Co.

Geschäftsmodell von Vonovia

Eine Vorreiterrolle beim finanziellen Ausquetschen von MieterInnen spielt Vonovia. Mit etwa 400.000 Wohnungen, in denen eine Million Menschen leben, der größte Immobilienkonzern Deutschlands. Seit dem Börsengang im Jahr 2013 ist der Aktienkurs des Dax-Konzerns um 148 Prozent gestiegen. Vonovia hat sich beim finanziellen Ausquetschen von MieterInnen besonders spezialisiert. Dabei greift das Unternehmen auf „Insourcing“ zurück, also dem Erledigen von Arbeiten wie z.B. Winterdienst- und Hausmeistertätigkeiten durch eigene Tochterunternehmen. Diese stellen der Vonovia für ihre Dienstleistungen überhöhte Rechnungen, die über die Betriebs- und Nebenkosten von den MieterInnen gezahlt werden. Über diesen Kreislauf landen die Gewinne in der eigenen Tasche.

Jürgen Fitschen – der ehemalige Deutsche Bank Chef kassiert nun als Aufsichtsrat von Vonovia ab

In Hamburger Vonovia-Wohnanlagen wurde so der Winterdienst um 1900 Prozent teurer, für Vonovia-MieterInnen in Magdeburg stiegen die Kosten für Beleuchtung um 223 Prozent. Kein Wunder hat sich der Konzerngewinn alleine in den vergangenen zwei Jahren um 15 Prozent auf eine Milliarde Euro gesteigert. Und dieses Verwertungssystem ist ein zuverlässiges System – denn für die allermeisten MieterInnen ist ein Aus- oder Umzug aufgrund des Wohnraummangels und überteuerter Mieten keine Option. Profiteure sind am Ende wieder nur Wenige, die sich über diese Geldmaschine freuen und alles dafür tun, um sie am Laufen zu halten. Über 600 Millionen Euro wurden alleine letztes Jahr an die Aktionäre ausgeschüttet und der Vorstand freut sich über ein Jahresgehalt von 5,67 Millionen Euro. Genau so funktioniert der Kapitalismus – wenige Reiche besitzen und kaufen, während viele täglich schuften und zahlen.